Timmendorfer Strand praktiziert „Willkommenskultur“

Am  Schulauer Fährhaus an der Elbe werden seit Jahrzehnten dort ankommende und auslaufende Schiffe musikalisch willkommen geheißen. Der dortige Begrüßungskapitän begrüßt und verabschiedet die Schiffe mit den Nationalhymnen der seefahrenden Nationen.

Vorweg allerdings hört man einige Takte aus Wagners „Fliegenden Holländer“
„Steuermann lass die Wacht“ und die Landeshymne Hamburgs auch Hammonia genannt.

Eine ideale Vorstellung einer Willkommenskultur, die man sich nur denken kann. Natürlich können wir in Timmendorfer Strand nicht jeden einzelnen Touristen und schon gar nicht die hier ankommenden Flüchtlinge derartig begrüßen.  Verwaltung und die engagierten „Freiwilligen der Helferbörse“ bemühen sich aber vom ersten Tag der Zuweisung der Flüchtlinge darum, entsprechend diesem Ideal zu denken und zu handeln. Hierzu wurden eigens etliche Aktivitäten und Projekte ins Leben gerufen.
Durch den eingerichteten Fahrdienst werden die einzelnen Personen und Familien beim Kreis OH in Eutin in Empfang genommen, mit ihrem verbliebenen Hab und Gut nach Timmendorfer Strand gebracht, dort von der Verwaltung begrüßt und in ihre von der Bevölkerung zur Verfügung  gestellten Unterkünfte begleitet. Eine vielsprachige Begrüßungsmappe mit vielen Informationen, ein Begrüßungsbeutel mit Hygieneartikeln und Lebensmittel als Erstausstattung gehören ebenso dazu, wie das Bekanntmachen mit dem für die ersten Tage der Ankunft zur Verfügung stehenden BegleiterIn.
Diese Lotsen versuchen durch ihre Mithilfe den Flüchtlingen beim Eingewöhnen im neuen Heim und in der neuen Umgebung so zu unterstützen, dass sie möglichst schnell ihre Eigenständigkeit erlangen.
Dazu bedarf es über einen längeren Zeitraum der  weiteren Hilfe der Lotsen z. B. für Behördengänge, das Kennenlernen der Örtlichkeit mit den Einkaufsmöglichkeiten, Bus – und Bahnverbindungen, der Freizeitgestaltung  (Sportangeboten), Schul- und Arztbesuche.
Neben dem Erlernen der Deutschen Sprache der Kinder in den Schulen kümmern sich „Helfer“ in den Ortschaften, die ev. Kirche, in kleinen Gruppen mehrfach wöchentlich um das Sprachproblem. Neben diesen Aktivitäten werden von den „Freiwilligen“ der Helferbörse,  sowie Schulen, Freiwilligen Feuerwehren, dem Verein „NTSV-Strand 08“, weitere Integrationsprojekte angeboten. Diese reichen vom Kochkurs, Computerkurs, Kleiderkammer,  Spielnachmittage, Sportgruppe, Offener Chorgesang, Begegnungsveranstaltungen, bis zum  Montieren in der Fahrradwerkstatt.
Dieses Bewältigen der umfangreichen, abwechselungsreichen, verantwortungsvollen Aufgaben und Angebote ist nur möglich durch das bürgerschaftliche Engagement der vielen „Helfer“ unseres Ortes in harmonischer Zusammenarbeit mit der Verwaltung, den Vereinen und Institutionen / Organisationen.  Neue Ideengeber und Helfer sind erwünscht und werden weiterhin benötigt.
Es ist erfreulich und lobenswert, mit wie viel Aufmerksamkeit, Dank, Hochachtung, Spendenbereitschaft diese Tätigkeiten von der Bevölkerung wahrgenommen werden und für die „Freiwilligen“ zugleich beglückend und motivierend, Freude und Dankbarkeit von den Schutzsuchenden zu erfahren.
Die „Freiwilligen“ der Helferbörse, die Gemeinde, sehen sich als ein Teil eines „Willkomm-Höft“, das nicht nur in Wedel/Holstein sondern ganz besonders in Timmendorfer Strand praktiziert und anzutreffen ist.